Didis Bücherturm

Mittwoch, 6. November 2013

Nachmittag eines Schriftstellers

Heute Vormittag bin ich mit einem Roman fertig geworden - rund 160 Taschenbuchseiten in zwei Wochen. Zugegeben, ich habe ein altes Manuskript verwendet und zu etwas ganz anderem aufbereitet, natürlich mit Wissen und Billigung des Verlags - im Unterhaltungsbereich kann man so etwas machen. Es war ein „Feuerwehr-Auftrag“ - ein anderer Autor, dessen Buch bereits eingeplant war, ist plötzlich ausgefallen. Solche Sachen mache ich gern, denn meistens kommt ein weiterer Auftrag nach - eine Korrektur, ein Außenlektorat, vielleicht sogar ein weiterer eigener Roman. In diesem Fall war es so, dass ich mit dem anderen Roman für diesen Verlag bereits begonnen hatte und ihn unterbrochen habe, und für einen dritten liegt bereits ein Auftrag vor. Unterhaltung, aber ich versuche, meine Sache gut zu machen. Jeweils rund 150 Buchseiten - der Lebensunterhalt für die nächsten drei Monate ist also gesichert, wenn ich pünktlich abliefere. Miete, Krankenkasse, Strom, Gas, Monatskarte - das alles muss ja bezahlt werden, dazu die Beiträge zu verschiedenen beruflichen Vereinen: Schriftstellerverband, Quo Vadis, Delia, Syndikat… Da kommen zweihundert Euro im Jahr zusammen. Dazu all die nicht unbeträchtlichen „Nebenkosten“ für Verbrauchsmaterial, Telefon, Reparaturen, Homepage, Buchhaltung, usw. - Dinge, die zum Teil noch bezahlt werden müssen. Wenn man eine Familie hat, muss man sehen, dass diese abgesichert ist.
Neben all dieser Arbeit bleibt viel liegen: Korrespondenz vor allem. Ich hatte gerechnet, dass ich heute mal früh am Vormittag mit der Arbeit fertig bin und dann meinen Schreibtisch aufräumen kann - da sammeln sich Termine, Telefonnotizen und allerhand andere Dinge an - aber ich war erst mittags fertig, weil es eine Menge Störungen gab. Es ist immer so. Wenn man’s eilig hat, kommt allerhand dazwischen.
Erst ab vierzehn Uhr kam ich dann dazu, ein wenig den Papierkram durchzusehen, Medikamente von der überstandenen Erkältung wegzuräumen, Mails zu beantworten, diverse Telefonate zu erledigen - aber hauptsächlich brauchte ich Zeit für Teresa, die gerade eine schlimme Erkältung hinter sich hat und viel Aufmerksamkeit benötigt. Ich brachte sie gegen 8 ins Bett, sie konnte nicht schlafen und kam immer wieder heraus. Ich las ihr also vier ihrer Lieblings-Bilderbücher vor, und sie legte sich im Arbeitszimmer schlafen, wie sie es oft macht. Jetzt kann ich sie in ihr Bettchen hinüber tragen, Geschirr spülen und für morgen kochen, und dann kommt Analyn heim. Jetzt aber erstmal eine To-Do-Liste für morgen schreiben.
Meine Tage sind gut gefüllt.